Der Spotify Discovery Mode – und was wirklich dahinter steckt

 

Der Discovery Mode

Seit einiger Zeit gibt es ein Spotify internes Tool namens Discovery Mode. Es wird gerne als Algorithmus auf Knopfdruck bezeichnet. Immer wieder entstehen Mythen rund um dieses Tool, weshalb ich in diesem kurzen Artikel einmal aus meiner ganz eigenen Praxis Erfahrung mit über 100 betreuten Artists berichten möchte.

Der Discovery Mode wird von manchen verabscheut und von anderen gefeiert. Ich selbst bin ein absoluter Befürworter des Discovery Modes.

Der Anlass zu diesem Artikel ist tatsächlich ein anderer Artikel eines großen Magazins, das den Discovery Mode sehr einseitig betrachtet hat. Das habe ich mir zum Anlass genommen, aus der echten Praxis zu berichten. Ich werde sowohl die Nachteile als auch die Vorteile ganz transparent aufzeigen, sodass du am Ende Klarheit hast und dir deine eigene Meinung bilden kannst.

Was genau macht der Discovery Mode?

Der Discovery Mode ist ein Spotify internes Tool, bei dem du ausgewählte Songs von dir einreichen kannst. Spotify schlägt diese Songs dann auf Basis der bisherigen Hörerdaten weiteren potenziellen Zuhörern vor oder Menschen, die schon einmal Songs von dir gehört haben. Das passiert hauptsächlich durch algorithmische Playlisten wie zum Beispiel Radio.

Anders als bei normalen algorithmischen Ausspielungen hast du hier die Möglichkeit, den Song quasi auf Knopfdruck in den Algorithmus einzuspeisen. Allerdings nicht so, wie sich das viele vorstellen. Nur weil man Songs einreichen kann, heißt das noch lange nicht, dass jeder Song im Discovery Mode auch wirklich stark performt. Erst recht bedeutet es nicht automatisch einen riesigen einmaligen Push. Oft ist es eher wie ein täglicher kleiner Algorithmus Boost. Die Reichweite verteilt sich relativ natürlich über mehrere Tage mit hier und da einer stärkeren Woche.

Ich kenne viele Artists, die es damit schaffen, ihre Hörerschaft stabil zu halten (kein ständiges Auf und Ab in den Stats) und sogar weiter auszubauen. Ich kenne aber genauso Artists, denen der Discovery Mode gar nichts gebracht hat. Das bringt mich zur ersten wichtigen Lektion:
Der Discovery Mode ist kein Zaubertrick.

Er ist ein Tool, das nur denjenigen helfen kann, die die richtige Basis mitbringen. Die wenigen, die Marketing bereits auf einem gewissen Level gemeistert haben. Das ist die Wahrheit, die gerne mal verschwiegen wird.

Man muss sich den Discovery Mode verdienen

Man kann den Discovery Mode nicht kaufen. Du musst ihn dir erstens erarbeiten und zweitens müssen die Songs, die du einreichst, klare Hörerdaten haben. Nur so versteht Spotify überhaupt, welche Menschen diesen Song hören möchten.

Oft wird so getan, als wäre der Discovery Mode ein Pay to Win Tool, das nur die bevorzugt, die es sich leisten können. Das stimmt aber absolut nicht. Der Discovery Mode hat aus meiner Sicht eines der fairsten Modelle, die es gibt. Es ist eine Art Share Deal.

Wenn du einen Song im Mode einreichst, wird Spotify versuchen, dir möglichst viel Reichweite zu verschaffen. Im Gegenzug behält Spotify 30 Prozent der Einnahmen von den Streams, die im Discovery Mode erzielt worden sind. Wichtig: nur von diesen zusätzlichen Streams und nicht von deinen gesamten Streams. Im Grunde schenkt dir Spotify also 70 Prozent der Einnahmen der neu generierten Reichweite. Dieser Punkt wird oft falsch verstanden und sorgt für viele Fehlinformationen.

Ich bin absolut dafür, dass Artists möglichst viele Prozente an ihrer eigenen Musik behalten. In diesem Fall aber einen Teil abzugeben, wenn man dafür viel mehr Reichweite bekommt, ist aus meiner Sicht ein kluger Deal. Vor allem, wenn du gerade dabei bist, deine Hörerschaft nachhaltig aufzubauen. Bei vielen meiner Klienten ist der Discovery Mode der Grund, warum wir die Hörerzahlen, die wir aufbauen, auch halten können. Er ist wie ein Tool zur Ergebniserhaltung, unter anderem deshalb, weil er deine Songs immer wieder auch bestehenden Hörer*innen ausspielt.

Fazit

Der Discovery Mode ist aus meiner Sicht ein absolutes Must Have Tool für alle Indie Artists, die ihre Karriere unabhängig aufbauen wollen. Er hilft dabei, Reichweite, die man sich erarbeitet hat, aufrecht zu erhalten und zusätzlich weiter zu wachsen.

Anforderungen

Der Discovery Mode ist nicht sofort für jeden verfügbar. Wie erwähnt muss man ihn sich erarbeiten. Spotify selbst sagt, dass man zur Freischaltung mindestens 25.000 monatliche Hörer*innen braucht. Ich widerspreche Spotify da nur ungern, aber meine Praxis-Erfahrung zeigt, dass diese Angabe so nicht ganz stimmen kann. Ausnahmslos jeder Artist, den ich betreut habe, hat den Discovery Mode bereits mit rund 25.000 jährlichen Hörer*innen bekommen. Warum Spotify die Anforderungen anders kommuniziert, kann ich ehrlich gesagt nicht erklären.

Der Vertrieb spielt ebenfalls eine Rolle. Nicht jeder Vertrieb schaltet dir den Discovery Mode frei. Manche schalten sich  dazwischen. Je nachdem bei welchem Vertrieb du bist, kann es für dich also leichter oder schwerer sein, ihn freizuschalten. Erfrage es am besten direkt bei deinem Vertrieb und wechsel zur Not. Denn du musst die 25.000 jährlichen Hörer in der Regel über einen Vertrieb aufbauen.

Wenn du möchtest, dass wir gemeinsam den Discovery Mode für dich freischalten, indem wir deine Hörer auf Spotify nachhaltig aufbauen, kannst du dich über den Link für eine Zusammenarbeit bewerben:

https://www.independentartist.io/bewerbung/

Jeder Artist, mit dem ich arbeite, bekommt früher oder später den Discovery Mode. Er ist fester Teil unserer Strategie als unabhängige Artists. Ich freue mich bald von dir zu hören.

Denny von Independent Artist

ÜBER DEN AUTOR

Autor

Denny Chuttek

Denny Chuttek ist Experte für Musikmarketing. Er ist der Marketingpartner zahlreicher Indie-Artists und hat bereits zahlreiche Kampagnen betreut. In diesem Blog teilt er Praxiserfahrungen aus dem Musikmarketing mit Indie-Artists.

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